Was ist die geistliche Verantwortung der Väter?

Vermittle die Werte, die dir wichtig sind!

Wir nennen uns christliche Homeschooler. Unter den vielen Vorteilen des Homeschooling ist auch der, dass wir die Kinder mit den Werten prägen können, die uns wichtig sind. Werte wie Hilfsbereitschaft, Aufopferung, Respekt vor anderen, und vieles andere. Es ist klar, dass es diese Werte sind, die in unserer Gesellschaft und in vielen öffentlichen Schulen nicht gelehrt, nicht geehrt und oft mit Füßen getreten werden. Bestenfalls finden wir dort noch humanistische Werte. Hier ist es Aufgabe des Vaters, dass er sich selbst von diesen Werten prägen lässt, diese lebt, und dass er sich auch weiter gibt.

Achte darauf, welchen Einflüssen deine Kinder ausgesetzt sind!

Es ist in meinen Augen eine Tragödie, wie vor unseren Augen und denen der ganzen Gesellschaft – sei es in den Schulen und in den Familien – eine  ganze Generation ein Stück weit in vielerlei Hinsicht in ihr Verderben rennt. Dies geschieht vor allem durch den völlig außer Kontrolle geratenen und unverantwortlichen Gebrauch von Smartphones, Medien und sozialen Netzwerken aller Art, und äußert sich

·         in sozialer Hinsicht – viele Kinder und Jugendliche können oft nichts mehr miteinander anfangen, nicht mehr miteinander reden oder spielen;

·         in zeitlicher Hinsicht – sie verbringen einen großen Teil ihrer freien Zeit mit Zeit totschlagen und verschwenden;

·         in geistiger Hinsicht – da  kaum noch etwas getan wird, was den Verstand wirklich herausfordert, führt dies über kurz oder lang zu einer – sorry – Verblödung;

·         in moralischer Hinsicht – da  die Medien, mit denen sie konfrontiert sind, sich in moralischer Hinsicht im freien Fall befinden, so dass es kein Halten, keine Begrenzung mehr gibt, in welcher Richtung auch immer.

Es kann mir als Vater nicht egal sein, wie und mit wem mein Kind seine Zeit verbringt. Hier führt für den Vater kein Weg daran vorbei, dass er sich mit diesen Dingen auseinander setzt und die unangenehme Aufgabe übernimmt, auch einmal „Nein“ zu sagen und zu erklären, warum es besser ist, auf manche neue Errungenschaft der Technik zu verzichten. Manches können die Kinder und Jugendlichen wahrscheinlich im Moment nicht verstehen – aber vielleicht sind sie später einmal dankbar dafür.

Aber das ist nicht alles.

Führe deine Kinder zum Glauben!

Ein Christ besteht aus mehr als nur Werten. Unsere Erziehung besteht nicht nur aus dem Bewahren vor schädlichen Einflüssen. Als Christen stehen wir in einer lebendigen Beziehung mit Gott durch Christus. Und aus dieser Beziehung entstehen die Werte und aus dieser Beziehung  entsteht der Wunsch, sich von manchen Sachen fernzuhalten, die wir als schädlich, als „Schmutz“ für die Seele betrachten. (Übrigens versteht man das nur durch den Heiligen Geist, und daher kann man es einem Außenstehenden oder Journalisten nur schwer erklären – siehe 1Kor 2,14.)

Das große Ziel, das wir daher über allem akademischen Unterricht verfolgen, ist, dass auch unsere Kinder so früh wie möglich in dieser Beziehung zu Jesus stehen, dass sie ihr Herz und ihr Leben für Jesus öffnen, mit Ihm leben und Ihm nachfolgen. Der Missionsbefehl gilt für alle Menschen, alle Nationen, alle Kreatur – mithin auch für unsere Kinder.

Ich kann als Vater nicht nur darauf hoffen, dass die Kinderstunden, die Sonntagsschule, die Kirche und Gemeinde schon ihre Aufgabe erfüllen werden. Ich muss mich auch selbst fragen, was ich tun kann, meine Kinder zum Glauben zu führen.

Da stellt sich langsam natürlich die Frage:

Meine Güte – wie kann ich das alles schaffen?

Die Mittel, die uns dazu zur Verfügung stehen, haben sich seit den Zeiten der Bibel nicht geändert. Es sind

·         die Bibel selbst,

·         das Gebet und

·         unser Vorbild.

Lebe mit der Bibel!

Kommen wir zuerst zur Bibel. Das Wort Gottes bezeichnet sich ganz selbstverständlich als der „Samen“, der ausgestreut werden muss, der in den Herzen des Menschen aufgeht, neues Leben weckt und schließlich Frucht bringt (Luk 8,12). Die erste Frage, die wir uns stellen müssen ist also: Beschäftigen wir uns selbst mit der Bibel? Lesen wir sie? Studieren wir sie? Lernen wir Gott und uns selbst durch sie immer besser kennen? Lieben wir sie?

Und dann kommt das Schwierige! Schaffen wir es, diese Liebe zur Bibel unseren Kindern zu vermitteln? Viele Kinder aus christlichen Familien kennen die Geschichten der Bibel von klein auf, durch den Kindergottesdienst, durch Vorlesen, Erzählen, CDs. Der Sprung, dass sie als Teenager auch die Bibel lesen, ist dadurch vielleicht vorbereitet, aber keineswegs vorprogrammiert. Vorsicht - manchmal sind sie auch ein Stück weit imprägniert: „Ach, das kenne ich doch alles, immer wieder diese Geschichten, die von Zachäus, die von Jona, … – gibt  es denn nicht mal etwas Neues, Cooles, Spannendes?“ Hier dürfen wir als Väter einsetzen, und ihnen die Bibel aufs Neue lieb machen, sie anleiten, und vor allem durch unser Vorbild vorangehen. Wir dürfen ihnen zeigen, dass es nicht nur ums „kennen“ geht, sondern dass Gott durch Sein Wort ganz dynamisch jeden Tag in unser Leben reden möchte.

Bete!

Wie gesagt, das Bewahren vor manchen schädlichen Einflüssen ist nur eine Seite, aber nicht das alleine Entscheidende. Wenn wir Homeschooling machen, investieren wir viel in unsere Kinder. Ich bin überzeugt, dass Gott das segnet und quasi „auf unserer Seite“ ist. Zusätzlich hat er aber in seiner Souveränität beschlossen, dass er sich von Gebet bewegen lässt. Das macht er uns in der Bibel ganz klar. Durch unser Gebet können wir nicht nur die Herzen von Königen, Präsidenten und Ministern bewegen – unter anderem dazu, dass Homeschooling erlaubt wird oder bleibt –, sondern auch die Herzen unserer Kinder, dass sie sich für Jesus öffnen und ihren Weg mit ihm gehen.

Deshalb: beten wir für unsere Kinder, und beten wir mit unseren Kindern, damit sie selbst erleben, wie Gott Gebet erhört.

Sei ein Vorbild!

Jemand hat mal gesagt: „Du kannst deinen Kinder sagen was du willst, am Ende machen sie doch das, was du machst“ – ich fürchte, da ist viel Wahres dran.

Was auch immer wir für unsere Kinder wünschen: wenn wir es selbst nicht tun, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie es eines Tages auch tun. Gute Gewohnheiten im täglichen Leben sind wichtig für unsere Kinder – aber auch für uns Eltern.

Wir Männer müssen aufpassen, dass wir kein Doppel- und Mehrfachleben führen, ein öffentliches in der Arbeit, ein „normales“ zu Hause, und noch ein superfrommes in der Kirche oder Gemeinde. Vielleicht noch eines, wenn ich mich ganz alleine fühle und endlich machen kann, was ich will.

Eine der großen Herausforderungen für uns Männer ist es daher, authentisch zu sein. Ich denke, nicht nur unsere Kinder, sondern überhaupt die Welt braucht solche Männer, die Kollegen in der Arbeit, die Nachbarn.

Daher müssen wir uns fragen: Welche Gewohnheiten habe ich? Wie verbringe ich meine Zeit? Welche moralischen Entscheidungen treffe ich? Wie fordere ich mich intellektuell heraus? Wie halte ich mich körperlich fit? Wie präge ich zu Hause die Atmosphäre? Welchen Input gebe ich?

Wenn wir Väter uns hier unserer Vorbildfunktion nicht bewusst sind, wird Mama einen sehr schweren Stand haben, unsere Kinder auf einen guten Weg zu bringen.

Hey Papa! Lass dich von dem hohen Anspruch nicht überwältigen!

Der Herr hat uns eine große, eine wunderbare Aufgabe gegeben. Wenn wir als Familien den Weg des Homeschooling gehen wollen, ist das eine Herausforderung, eine Abenteuer, wo man nicht mehr die Wüste durchqueren oder den Ärmelkanal durchschwimmen muss – aber ein Abenteuer wo es echte Männer braucht, die an der Seite ihrer Frau stehen und für ihre Familien da sind.

 
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